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Dahlem - 22.04.2014

GESUNDHEITSGEFAHR DURCH DÜNGUNG

Häufig Probleme mit Magen und Darm

 
 
 
Von Günter Hochgürtel

Dieter Hodecker ist Arzt ist Dahlem. Der Mediziner sieht eine steigende Gesundheitsgefahr durch Düngung mit Gülle aus der Massentierhaltung. Magen-Darm-Erkrankungen seien oft mit der Gülleausbringung gekoppelt.

Seit 25 Jahren ist Dr. Dieter Hodecker schon Landarzt in Dahlem. Der gebürtige Mannheimer hat sich in dieser Zeit nicht nur an die mitunter raue Eifel gewöhnt, sondern auch an deren Einwohner. „Ich habe meist drei Generationen einer Familie zu betreuen“, erzählte er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. In einer landwirtschaftlich geprägten Gegend wie der Gemeinde Dahlem interessiert sich der Allgemeinmediziner natürlich immer auch für die Lebensumstände seiner Patienten.

Wobei wir beim Thema Gülle wären, mit dem sich Hodecker kritisch auseinandergesetzt hat. Er behauptet, dass einige Leute aus seinem Patientenkreis immer dann von Magen-Darm-Erkrankungen befallen werden, wenn in deren Nachbarschaft Gülle ausgefahren wurde. „Bei einer Familie ist das ganz extrem, weil dort bis an die Grundstücksgrenze gedüngt wird“, berichtete der Arzt.

Als er den Zusammenhang zwischen dem Ausbringen von Gülle und auffällig häufigen Magen-Darm-Erkrankungen bei einer Versammlung in Dahlem öffentlich machte, löste er bei den Vertretern der örtlichen Bauernschaft Gelächter aus. Die Landwirte nahmen die Ausführungen des Mediziners nicht ernst. „Ich habe diese Beobachtungen seit Beginn meiner Tätigkeit in Dahlem gemacht“, versicherte Hodecker.

Er hat auch eine Erklärung, warum die Leute krank werden, wenn in der näheren Umgebung tierische Ausscheidungen auf Äckern und Wiesen verteilt werden: „Wenn die Gülle mit einem Fass ausgefahren und über Prallteller verteilt wird, entsteht ein Aerosol, ein Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen und einem Gas. In Kurorten wird dies Verfahren mit Salz zum Beispiel in Salinen genutzt, um einen heilenden Effekt zu erzielen.“

Durch die Prallteller, die eine Feinverteilung der Gülle verursachen, gelangten pathogene, also krankmachende Keime in die Luft. Bei den Betroffenen komme es in der Regel zu Durchfall und Erbrechen. Weitergehende gesundheitliche Schäden gingen damit nicht einher, so Hodecker. Ein Misthaufen, der ja auch zu großen Teilen aus tierischem Kot und Urin bestehe, sei dagegen völlig harmlos. „Man riecht zwar etwas, aber die Keime gelangen nicht in die Luft“, so der Arzt.

Er ist überzeugt davon, dass mit Gülle zusammenhängende Magen-Darm-Erkrankungen nicht mehr auftreten, wenn die Landwirte auf die moderne, wenn auch wesentlich teurere Schleppschlauchtechnik umstellen. Die meisten Landwirte in der Dahlemer Ecke arbeiten noch mit Güllefass und Prallteller – eine Art der Düngung, die im Nachbarland Holland nicht mehr erlaubt, in Deutschland aber noch bis 2020 zulässig ist.

DIE ZEITEN HABEN SICH GEÄNDERT

„Wir haben es ja nicht mehr mit der gleichen Landwirtschaft zu tun wie vor 30 Jahren“, gibt Dieter Hodecker zu bedenken. Die Tiere bekämen anderes Futter und stünden oft nur noch im Stall statt auf der Weide. Von nicht näher definierten Futterzusätzen und Antibiotika ganz zu schweigen.

In einem Artikel der Wochenzeitung „Die Zeit“ bestätigt Monika Krüger, Direktorin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie an der Uni Leipzig, Hodeckers Einschätzung. „Wenn eine Kuh Gras abfrisst und auf das gleiche Feld kackt, dann passt die Gülle zum Boden. Unsere Kühe aber fressen Soja aus Südamerika. Da entsteht schlichtweg die falsche Gülle für den hiesigen Boden.“ Die Ernährung mit Kraftfutter statt Gras und Heu ist für Krüger auch ein Hauptgrund für die Vermehrung von pathogenen Keimen wie beispielsweise Ehec.

„Es wäre einigen meiner Patienten immerhin schon geholfen, wenn die Gülle in Zukunft nur noch mit der modernen Technik ausgebracht würde“, sagte Hodecker abschließend.

 
 
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Debatte - 23.04.2014

KOMMENTAR ZUM „WIRTSCHAFTSDÜNGER“

Gülleimporte sofort stoppen

 
 
Ein Landwirt bringt Gülle auf einem Feld aus.
Foto: picture alliance / dpa
Von Günter Hochgürtel

Dass jährlich hunderttausende Tonnen aus dem Ausland auf unseren Äckern landen, darüber ist viel zu wenig bekannt. Das muss aufhören, denn die Gülle stammt oft aus der Massentierhaltung und ist stark mit Antibiotika belastet. Anstoß, der Kommentar.

Gülle riecht, wenn sie auf Felder und Weiden ausgebracht wird, äußerst unangenehm – zumindest bis zum ersten Regen. Mit den Ausscheidungen von Rind, Schwein oder Geflügel kann man prima seine Ackerflächen und Wiesen düngen, vorausgesetzt, bei der Tierzucht wird keine Antibiotika und standortgerechte Nahrung eingesetzt.

Das beispielsweise ist in der landwirtschaftlich extensiv bewirtschafteten Eifel überwiegend der Fall, weshalb Gülle dort auch kein größeres Problem darstellen sollte. Nicht ganz so unbedarft sollte man an Gülle aus dem Nachbarland Holland und aus Norddeutschland herangehen. Die riesigen fleischproduzierenden Betriebe sind dort nicht mehr in der Lage, die tierischen Ausscheidungen auf eigenen Flächen zu verteilen und sehen sich gezwungen, die Gülle über eine Börse an andere Landwirte abzugeben.

Die Niederländer stehen sogar in einigen Bereichen vor dem Problem, dass ihre landwirtschaftlichen Flächen überhaupt nicht mehr gegüllt werden dürfen. Allein der grenznahe Kreis Kleve am Niederrhein  hatte es im zweiten Halbjahr 2012 mit 71 053 Tonnen Import-Gülle zu tun. Anwohnern raubt vor allem der Hühner- und Putenmist den Atem. Zudem belastet die massive Düngung das Grundwasser.

Damit die Qualität der Böden und des Grundwassers erhalten bleibt, sollten die Gülleimporte sofort eingestellt werden. Verstärkt überwacht werden sollten auch die Rückstände aus Biogasanlage, die ähnlich wie Gülle auf den Feldern und Wiesen entsorgt werden. Im Sinne einer auf lange Sicht umweltverträglichen Landwirtschaft sollte die Haltung von Tieren wieder an eine bestimmte Flächengröße gekoppelt werden, um den sinnvollen Kreislauf Tier-Gülle-Pflanze-Tier wieder herzustellen.

 
 
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Mechernich - 26.03.2014

AUSSCHUSS

 

Stadt will Putenmast ausbremsen

 

In Antweiler und Wachendorf regt sich Protest gegen die Putenmastfarm, die ein Landwirt dort errichten will.
Foto: Bernhard Romanowski
Von Bernhard Romanowski

Bürger und Politiker loben die Stadtverwaltung und ihren neuen Bebauungsplan: Seit Jahren ist die mögliche Errichtung einer Putenmastfarm bei Arntweiler Thema. Jetzt scheint die Verwaltung dem Investor ein Bein gestellt zu haben.

Dass mehrfach Applaus in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung aufbrandet, dürfte wohl noch nicht so oft der Fall gewesen sein. Neben den Beifall klatschenden Bürgern im Besucherraum des Ratssaals waren auch die Mitglieder der Fraktionen voll des Lobes für die Arbeit der Stadtverwaltung. Diese hatte einen neuen Bebauungsplan zur Steuerung der Intensivtierhaltung im Stadtgebiet ausbaldowert. Durch dieses umfangreiche Werk hofft man nun, dem Investor und seiner geplanten Putenmastfarm bei Antweiler/Wachendorf ein juristisches Schnippchen geschlagen zu haben.

Die mögliche Errichtung einer Putenmastanlage ist in Antweiler und Wachendorf schon seit einigen Jahren ein großes Thema. Bislang sah die Stadt aber keine Handhabe, gegen dieses Projekt vorzugehen, weil man es bei solchen Betrieben mit sogenannten baurechtlich privilegierten Vorhaben zu tun hat, die grundsätzlich zulässig und nicht verhinderbar sind. Allenfalls planerisch steuern kann man die Ansiedlung solcher Betriebe durch die Ausweisung von Konzentrationszonen ähnlich wie bei Windkraftanlagen. Genau das hat die Stadtverwaltung mit dem neuen Bebauungsplan versucht.

Der Plan sieht nun eine Zone mit einem Abstand von 500 Metern zu den Orten Antweiler und Wachendorf vor, in der landwirtschaftliche und gewerbliche Intensivtierhaltungsbetriebe nicht erlaubt sein sollen. Dazu kommt eine Zone mit einem Abstand von 500 bis 1000 Metern zu den beiden Ortschaften, in der sehr wohl landwirtschaftliche, nicht aber gewerbliche Mastanlagen zulässig sind. Letztere sollen erst ab 1000 Metern Abstand möglich sein. Damit hofft die Verwaltung, dem Investor ein Bein gestellt zu haben. Der ist nämlich bislang davon ausgegangen, seine Mastfarm für bis zu 30.000 Puten an einem Standort rund 320 Meter von Wachendorf entfernt bauen zu können. Der Investor kann den Bebauungsplan zwar auf juristischem Wege anfechten, wenn er rechtskräftig wird, doch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und sein Stadtplaner Thomas Schiefer sehen die Stadt für einen solchen Fall gut aufgestellt. „Das muss man eben abwarten“, so Schiefer.

RECHTLICHES NEULAND BETRETEN

Auf Druck der Bürgerinitiative und der Politik habe man baurechtlich „tief in der Kiste gekramt“ und rechtliches Neuland betreten, berichtete der Stadtplaner auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Auch habe man sich die Kölner Rechtsanwaltskanzlei Lenzen und Johlen ins Boot geholt, um den Bebauungsplan auszutüfteln.

Schiefer: „Schließlich wollten wir nicht Schiffbruch erleiden wie die Stadt Meppen, die aufgrund eines Verfahrensfehlers mit ihrem Versuch zur Steuerung solcher Anlagen vor Gericht gescheitert ist.“

Auch die Ausschussmitglieder aller politischen Couleur zeigten sich von dem Bebauungsplan überzeugt und votierten einstimmig dafür. Nun muss nur noch der Stadtrat, der am 1. April tagt, dem dem Planungswerk zustimmen.

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+++ Sitzungstermin +++

der Sitzungstermin des Stadtentwicklungsausschusses findet am Montag, den 24.03.2014 um 17:00 Uhr. Auch der WDR ist Vormittags ab 11:00 Uhr in Wachendorf vor Ort.

Informationen hierzu siehe Link.

https://mechernich.more-rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=2014-4-44

 

 

 

+++ PRESSE Information +++

 

BUND-Recherche zeigt anhaltende Missstände in der NRW-Putenhaltung

10 Jahre Stillstand beim Tierschutz – Schnabelkürzen ist ‚Normalfall‘ – Fragwürdiges Behördenhandeln

Düsseldorf - 17.03.2014 | „Fast alle Puten in NRW werden in nicht tiergerechter Intensivmast gehalten. Dies bedeutet durchweg zu enge Ställe, fehlender Auslauf für die Tiere und ein Kürzen der Schnäbel”, so das Ergebnis einer erneuten Recherche des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Situation in den Putenmastanlagen im Lande. Bereits in den Jahren 2003 und 2008 hatten BUND-Recherchen gravierende Missstände aufgezeigt. “Seit mehr als 10 Jahren fordern wir die Einführung klarer, rechtsverbindlicher Mindeststandards für die Putenhaltung und die Beendigung des Schnabelkürzens“, so Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND NRW. Die neue Recherche zeige, dass trotz langjährig bekannter und von den Kreisveterinären immer wieder benannter haltung- und zuchtbedingter Gesundheitsschäden und Eingriffen an den Puten beim Tierschutz Stillstand herrsche.

”Besonders problematisch ist die unverändert hohe Besatzdichte in den Ställen”, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW und Autor der Studie. ”Viel zu viele Tiere auf engem Raum und eine Extremzucht mit völlig unnatürlicher, schneller Gewichtszunahme führen dazu, dass die an sich lauffreudigen Tiere in der Endphase der Mast immer länger und dicht beieinander am Boden liegen. Die Einstreu kann dann kaum noch gewechselt werden und verkotet; die Tiere Bepicken sich in Folge der Monotonie oft gegenseitig und fügen sich dabei Verletzungen zu.” Weitere Folge seien schmerzhafte Skelettkrankheiten.

Dass nach Auskunft der Behörden fast allen Puten die Schnäbel gekürzt werden, stelle den Mästern, die diese Verstümmelung der Tiere billigend in Kauf nehmen, ein ‚Armutszeugnis‘ aus. Der BUND sieht in dieser Praxis eine systematische Aushöhlung des Tierschutzgesetzes, das diesen Eingriff grundsätzlich untersagt und nur für begründete Ausnahmefälle befristet zulässt. „Seit mehr als 10 Jahren beobachten wir, dass der Ausnahmefall zum Regelfall wird – ermöglicht durch ein fragwürdiges Vorgehen der Veterinärbehörden bei der Erteilung von Erlaubnissen“, so Bilke.

Der BUND fordert den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt dazu auf, nun zügig die Versäumnisse seiner Amtsvorgänger zu beheben und die Putenhaltung in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung des Bundes aufzunehmen, so wie es für Masthühner und Schweine seit Jahren der Fall ist, und legt dazu eigene Eckpunkte vor. ‚Qualzuchten‘ wie die zumeist eingesetzte Pute ‚BIG 6‘ müssten verboten werden. Der BUND ruft NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel dazu auf, die Praxis der Kreisveterinärämter bei der Erteilung von Erlaubnissen zum Schnabelkürzen zu überprüfen und in einem Erlass dazu klare Vorgaben zu machen. Der BUND begrüßt ausdrücklich den Beschluss des NRW-Landtags, der die Landesregierung dazu auffordert, die Haltungsbedingungen für Puten auf Landes- wie Bundesebene zu verbessen und das Schnabelkürzen einzudämmen. Ebenso begrüßt der BUND die laufenden Untersuchungen des Landes zum Antibiotikaeinsatz in den NRW-Putenmastbetrieben.

 

Hinweis:

Bei seiner Recherche wandte sich der BUND an jene 12 Kreise in NRW mit der größten Anzahl an Putenmastanlagen und erfasste dabei die Haltungsbedingungen von rund 80 bis 90 Prozent der in NRW gehaltenen Mastputen. Abgefragt wurden die Haltungsbedingungen in den Kreisen Kleve, Warendorf, Borken, Gütersloh, Wesel, Coesfeld, Soest, Steinfurt, Euskirchen, Paderborn sowie im Hochsauerland-Kreis und Rhein-Erft-Kreis.

Das Hintergrundpapier „Putenhaltung in NRW - Ergebnisse einer BUND-Recherche 2013 / 2014“ sowie die Antworten der Kreisverwaltungen halten wie für Sie als Datei bereit und stehen unter www.bund-nrw.de als Download zur Verfügung (direkter Link: http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Landwirtschaft_Gentechnik/2014_03_BUNDhintergrund_Putenhaltung_in_NRW_2013_.pdf ).

 

Für Rückfragen:

 

Ralf Bilke, Agrarreferent BUND NRW, Tel. 0211 / 302005-20

 

 

 

 

 
Bad Münstereifel - 08.01.2014

Das Gülle Problem von Bad Münstereifel

 

Scheurenerin ohne eigenes Wasser

 

Mit hochmodernen Maschinen wie dieser wird die Gülle neuerdings weniger geruchsintensiv in den Untergrund gesprüht.
Foto: Puderbach
Von Günter Hochgürtel

Ulla Schmid-Scholz kämpft weiterhin für die Öffnung ihres Brunnens und erstattete Anzeige gegen den benachbarten Bauern. Ein Anschluss an die Wasserleitung in Scheuren kommt wegen der hohen Kosten nicht infrage.

Wer über eine eigene Quelle verfügt, muss kein Wassergeld bezahlen und kann auf Dauer durchaus Geld sparen. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Diese Erfahrung macht dieser Tage Ulla Schmid-Scholz, die im Forsthaus des Münstereifeler Höhenortes Scheuren ein Seminarhaus betreibt. Wie berichtet, ist seit Anfang November ihr hauseigener Brunnen mit Bakterien so belastet, dass die Untere Wasserbehörde bis auf Weiteres eine Schließung der Anlage anordnete.

Für Schmid-Scholz steht fest, woher diese Verunreinigung kommt: Ende Oktober hatte ein Tankwagen mit niederländischem Kennzeichen Gülle angeliefert, die auf Wiesen ausgebracht wurde, die direkt an das Grundstück des Forsthauses grenzen. Das Wasser aus dem Brunnen roch trotz Entkeimungsanlage von einem Tag auf den anderen schlecht und verursachte nach Genuss starke Übelkeit.

Schmid-Scholz schlug daraufhin Alarm, bat die Untere Wasserbehörde des Kreises Euskirchen darum, sofort Bodenproben von den güllegetränkten Wiesen zu nehmen, um anschließend den Verursacher für den Schaden haftbar machen zu können. Die Kreisverwaltung schickte allerdings lediglich einen Mitarbeiter vorbei, der Fotos machte.

Schmid-Scholz erstattete umgehend Anzeige wegen Gewässerverunreinigung gegen einen Bauern aus dem Rheinbacher Sprengel, dem zwei Wiesen am Forsthaus gehören.

Staatsanwalt ermittelte

Die Staatsanwaltschaft Bonn nahm zwar die Ermittlungen auf, doch ohne zählbares Ergebnis. Man teilte der Klägerin mit: „Durch Gutachten zur Fließrichtung des Grundwassers müsste festgestellt werden, von welchem Grundstück aus der (Gülle)-Eintrag erfolgte. Es ist nicht davon auszugehen, dass eine sichere Identifizierung auf diesem Weg möglich sein würde. Eine Identifizierung des Täters war daher nicht möglich.“

Gegen diesen Bescheid will die 53-Jährige Einspruch einlegen. Sie fühlt sich auch zwei Monate nach dem Schadensfall von den Behörden weitgehend alleingelassen mit ihrem Problem.

Ein Anschluss an die Wasserleitung im nahe gelegenen Scheuren kommt wegen der hohen Kosten von rund 50000 Euro nicht infrage. „Ich habe die örtliche Feuerwehr gefragt, ob sie mit ihrem Tanklöschfahrzeug meinen Brunnen ausspülen könnte, aber leider ist das von der Stadtverwaltung Bad Münstereifel nicht erlaubt worden“, so Schmid-Scholz im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Dass die Staatsanwaltschaft den Fall zu den Akten legt, ist für Schmid-Scholz schwer zu verstehen. „Der Eigentümer der Wiesen ist ja bekannt. Und der muss auch Buch darüber führen, wenn auf seinen Parzellen Gülle ausgebracht wird, und vor allem darüber, wo das Zeug herkommt“, so die Scheurenerin.

Ähnlich sieht das Achim Blindert, der für die Untere Wasserbehörde zuständige Fachbereichsleiter der Kreisverwaltung Euskirchen. Seine Behörde hatte ebenso wie Schmid-Scholz Strafanzeige gegen unbekannt wegen Gewässerverunreinigung gestellt. „Wir werden in dieser Sache auf jeden Fall noch einmal nachhaken“, sagte Blindert am Mittwoch auf Anfrage.

Überhaupt ist man beim Kreis nicht glücklich darüber, wie manche Bauern und die Landwirtschaftskammer als aufsichtführende Behörde bislang mit dem Thema Gülle umgegangen sind. „Wir würden uns im Interesse unserer Bürger ein wenig mehr Transparenz wünschen, was die ausgebrachten Mengen, die Herkunft und vor allem die Zusammensetzung der Gülle anbelangt“, machte der Fachbereichsleiter deutlich. Er hat sich im vergangenen Jahr in Blankenheim die neue Technik angesehen, mit der die tierischen oder pflanzlichen Abfälle als Dünger auf Felder und Wiesen ausgebracht werden. Immerhin werde die Geruchsbelästigung für die Bürger durch die hoch technisierten Maschinen deutlich verringert, konstatierte Blindert.

Der Weilerswister Hans-Josef Schorn, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, bestätigte auf Anfrage, dass die Landwirte nachweisen müssen, wo wann welche Gülle oder Gärsubstrate (Rückstände aus Biogasanlagen) versprüht wurden. Obwohl es in jüngster Zeit hin und wieder Ärger wegen breitflächiger Düngung mit Gülle gegeben hat, steht das Thema im Vorstand der Kreisbauernschaft nicht an erster Stelle.

Überdüngung angezweifelt

Schorn kann sich nicht vorstellen, dass Bauern aus dem Kreis Geld dafür kassieren, dass Vieh- oder Pflanzenrückstände aus den Niederlanden hier entsorgt werden.

„Gülle ist ja in erster Linie ein Dünger mit vielen Nährstoffen, der, richtig eingesetzt, für ein besseres Wachstum auf den Wiesen sorgt“, erklärte der Chef der Kreisbauernschaft. Und jeder Landwirt, der ordentlich wirtschafte, habe ein Interesse daran, dass sein Grund und Boden nicht mit Gülle überdüngt werde.

Ähnlich fiel die Reaktion der Landwirtschaftskammer in Düren aus, die auch für den Kreis Euskirchen zuständig ist. Pressesprecher Bernhard Rüb bestätigte zwar, dass stichprobenartig kontrolliert werde, ob die Landwirte wie vorgeschrieben ihre „Güllebilanzen“ erstellen. „Aber es steht ja auch nicht an jeder Ampel ein Polizist, der darauf aufpasst, dass niemand bei Rot drüberfährt“, erklärte Rüb.

Ulla Schmid-Scholz helfen diese Einlassungen im Augenblick überhaupt nicht, denn sie muss ihr Brauchwasser nach wie vor im benachbarten Scheuren holen. Wann ihr Brunnen wieder in Ordnung ist, weiß momentan niemand.

 
 
Copyright © 2013 Kölner Stadtanzeiger

 

 

 

szmtag

 

 
Bad Münstereifel - 09.01.2014

Kommentar zur Gülle

 

Das ist ein starkes Stück

 

Ulla Schmid-Scholz glaubt, dass Gülle die Ursache der Belastung ihres Brunnens ist.
Foto: Hochgürtel
Von Günter Hochgürtel

Ulla Schmid-Scholz, deren Brunnen kein sauberes Wasser liefert, hat es schriftlich von der Staatsanwaltschaft: Der Verursacher sei nicht zu ermitteln. Das ist seltsam, denn der Eigentümer der Wiesen ist bekannt. Ein Kommentar.

Es stinkt gewaltig, wenn ein Bauer seine Gülle aufs Feld fährt und selbiges nicht weit vom Dorf entfernt liegt. Daran haben sich speziell die Eifeler seit langem gewöhnt. So riecht eben Landluft, heißt es zähneknirschend, und in ein paar Tagen ist das wieder vorbei. Nicht vorbei sind auch zwei Monate nach dem Schadensfall aber die Probleme von Ulla Schmid-Scholz, deren Brunnen immer noch kein sauberes Wasser liefert. Und die Staatsanwaltschaft Bonn hat es ihr schriftlich gegeben, dass der Verursacher des Schadens leider nicht zu ermitteln sei.

Eigentümer bekannt

Was sehr seltsam ist. Denn die Eigentümer der Wiesen, auf die die Gülle Ende Oktober ausgebracht wurde, sind bekannt, ebenso der Landwirt, der die Düngung vorgenommen hat. Dieser ist laut Landwirtschaftskammer verpflichtet, darüber Buch zu führen, von wem das Zeug stammt und wie viel es eigentlich ist. Diese Unterlagen hätte die Staatsanwaltschaft problemlos anfordern können.

Und dann gibt es auch noch Fachleute, die die Fließrichtung des Grundwassers bestimmen können. Offenbar hatte die Bonner Anklagebehörde kein sonderliches Interesse, diesen Fragen nachzugehen. Zum Nachteil von Ulla Schmid-Scholz, die jetzt auf eigene Kosten beweisen soll, dass die Gülle-Düngung doch zum Umkippen ihres Brunnenwassers geführt hat. Das ist ein starkes Stück.

Damit nicht weitere ähnliche Fälle passieren, sollten die Landwirte endlich einmal offenlegen, ob sie eigene Gülle oder doch gegen entsprechende Bezahlung „Exportware“ aus Holland oder Norddeutschland auf den Wiesen und Feldern im Kreis entsorgen. Es scheint in dieser Hinsicht eine gewisse Grauzone zu geben, wenn gar von „Güllebörsen“ und Ähnlichem die Rede ist.

Vielleicht erbarmt sich ja das Technische Hilfswerk oder eine ähnliche Einrichtung der armen Frau Schmid-Scholz und hilft ihr, den Brunnen mit ein paar Tausend Litern Wasser auszuspülen.

Damit sie bald wieder Trinkwasser hat.

 
 
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Amtliche Bekanntmachung


Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 111 „Steuerung Intensivtierhaltung" um Antweiler und Wachendorf;
hier : Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 (2) BauGB

-Offenlage-

Der Stadtentwicklungsausschuss des Rates der Stadt Mechernich hat in seiner Sitzung am 12.03.2013 beschlossen, den Entwurf des Bebauungsplans Nr. 111 „Steuerung Intensivtierhaltung" um Antweiler und Wachendorf, gem. § 3 (2) des Baugesetzbuches offen zu legen.

Ziel des Bebauungsplans ist es, Teile des Außenbereichs um die beiden Orte Antweiler und Wachendorf in bestimmter Weise von Tierhaltungsanlagen freizuhalten.
Das Gebiet, für das der Bebauungsplan aufgestellt werden soll, ergibt sich aus dem Plan, der Bestandteil dieser Bekanntmachung ist.

Der Entwurf des Bebauungsplans mit Begründung in der Fassung vom 09.09.2013, liegt in der Zeit
vom 30.09.2013 bis einschließlich 31.10.2013
im Rathaus der Stadt Mechernich, 1. Etage, Fachbereich 2 -Stadtentwicklung-, zu jedermanns Einsichtnahme öffentlich aus, und zwar in der Zeit von:
montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 12.30 Uhr,
und donnerstags von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

Stellungnahmen können während des Auslegungszeitraumes schriftlich oder zur Niederschrift vorgebracht werden.

Weiter wird darauf hingewiesen,
dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben können und
dass ein Antrag nach § 47 der Verwaltungsgerichtsordnung (Normenkontrolle) unzulässig ist, wenn mit ihm nur Einwendungen geltend gemacht werden, die vom Antragsteller im Rahmen der Auslegung nicht oder verspätet geltend gemacht wurden, aber hätten geltend gemacht werden können.

Schließlich wird darauf hingewiesen, dass umweltbezogene Informationen und Unterlagen im Sinne des § 3 (2) Satz 2 BauGB zu dem Bebauungsplanentwurf nicht vorliegen.
Insofern ist von Bedeutung, dass der Bebauungsplan die bauplanungsrechtlichen Grundlagen für Vorhaben beschränken und nicht schaffen soll.

Aus der Öffentlichkeit liegen Stellungnahmen vor zu den Themen: Bioaerosolimmissionen, Landschaft / Landschaftsbild / Erholungsraum, Geruchsimmissionen, Antibiotika- / Resistenzproblematik, Immissionsgrenzwerte / Immissionsschutz und Komplexität der Ökosysteme.

Mechernich, den 11.09.2013
Stadt Mechernich - Der Bürgermeister -
Fachbereich 2 -Stadtentwicklung-
Im Auftrag:
gez. Dipl.-Ing. Th. Schiefer

Datei-Anlage


Bürgerbrief Mechernich, 20. September 2013

 

Bürgerinitiative gegen industrielle Massentierhaltung e.V.  |  info@putenfabrikneindanke.de